Gastgewerbe verbucht Azubi-Zuwächse

Hotellerie und Gastronomie in Niedersachsen und der Region Hannover bleiben attraktiv für den Nachwuchs und verzeichnen weiter überdurchschnittliche Zuwächse bei der Ausbildung. In der Landeshauptstadt und ihrem Umland liegt die prozentuale Steigerung sogar über dem landesweiten Schnitt. In Niedersachsen haben mit Stichtag 30. Juni laut der offiziellen Statistik der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN) 1454 junge Menschen einen Ausbildungsvertrag in den sieben gastronomischen Berufen Koch und Köchin, Fachkraft für Gastronomie, Fachkraft Küche, Fachkraft für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, Fachkraft für Systemgastronomie, Hotelfachkraft und Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für Hotelmanagement unterschrieben. Das entspricht einem Zuwachs von 184 Stellenbesetzungen und damit 14,5 Prozent gegenüber den Vergleichszahlen aus dem Vorjahr.

Fast die Hälfte der neuen Berufseinsteiger beginnt die Ausbildung in einem Betrieb in der Region Hannover, wo der Zuwachs mit 19,5 Prozent noch über dem im gesamten Bundesland liegt. Die Zahlen dürften zwischenzeitlich sogar noch gestiegen sein, weil das Ausbildungsjahr erst am 1. August begonnen hat. „Sie ergeben aber schon ein recht genaues Bild“, sagt Nicole Rösler, ehrenamtlich Berufsbildungsbeauftragte beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) in der Region Hannover, der von hannover.contex in allen Fragen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beraten wird.

Für die überdurchschnittlichen Werte im Raum Hannover macht Rösler das seit Jahren bestehende kontinuierliche Engagement des Hotel- und Gaststättenverbandes in die Nachwuchsgewinnung verantwortlich. So erhielten Jugendliche frühzeitig die Möglichkeit, Berufe im Gastgewerbe praktisch kennenzulernen – etwa bei der Aktion „Entdecke ein Hotel“, bei der „Langen Nacht der Berufe“ oder der „Akademie der Spiele“, die Nicole Rösler organisiert und betreut.

Um die Qualität der Ausbildung zu erhöhen, veranstalten der DEHOGA und die Berufsbildende Schule (BBS 2) für die gastgewerblichen Berufe Wettbewerbe, darunter die VeggieChallenge und der Preis des Regionspräsidenten. Gleichzeitig informieren sich die Betriebe bei Ausbilderfrühstücken. „So entstehen Netzwerke mit Institutionen, aber auch unter Ausbilderinnen und Ausbildern“, erklärt Rösler.

Die Ausbildungsbeauftragte besucht die Berufseinsteiger bereits zu Beginn ihrer Lehrzeit in ihrer jeweiligen Berufsschulklasse und bietet sich als persönliche Ansprechpartnerin an mit der ausdrücklichen Einladung, sich bei Fragen oder Problemen frühzeitig bei ihr zu melden. „Eine erfolgreiche Ausbildung beginnt weit vor dem ersten Ausbildungstag – mit der Begeisterung für den Beruf, persönlicher Begleitung und mit Betrieben, die jungen Menschen eine Perspektive eröffnen“, fasst Rösler zusammen. Nachwuchsgewinnung sei keine Einzelmaßnahme.

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich das Engagement auszahlt“, sagt Kirsten Jordan, Geschäftsführerin des DEHOGA Region Hannover. Es gelte aber auch: Trotz der positiven Entwicklung bliebe die Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte eine der wichtigsten Aufgaben des Gastgewerbes.